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 Urban Voices – Wenn Klebeband Völkermarkt zum Sprechen bringt

Nachdem die Aktion zweimal hintereinander buchstäblich ins Wasser gefallen war, wurde es am 17. Juni 2026 endlich ernst: Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4A verwandelten die Völkermarkter Innenstadt im Rahmen des Street-Art-Projekts „Urban Voices“ in eine pulsierende Open-Air-Galerie. Bewaffnet mit bunten und schwarzen Klebebändern (Tape Art) verließ die Klasse den klassischen Zeichensaal, um den öffentlichen Raum als interaktive Leinwand zu nutzen.

Dass Street Art weit mehr ist als reine Dekoration, bewiesen die Jugendlichen durch ihre pointierten, ortsspezifischen Interventionen. Die Werke entstanden in direktem Dialog mit der urbanen Architektur. So wurden tiefe Risse im bröckelnden Putz von Fassaden filigran mit schwarzem Tape nachgezogen und ästhetisch umgedeutet. An anderer Stelle setzten die Jugendlichen mutige, gesellschaftskritische Statements: Ein präzise geklebtes Abbild einer weiblichen Silhouette mit der Aufschrift „AM I PERFECT NOW?“ direkt neben der makellosen Werbefassade eines Sonnenstudios forderte Passantinnen und Passanten unmittelbar zum kritischen Blick auf gängige Schönheitsideale auf. Auch kritische Botschaften zu Leistungsdruck („Permanent leisten macht kaputt“) oder weltweiten Umweltfragen fanden ihren Platz auf den Pflastersteinen und Mauern der Stadt.

Die Aktion blieb im Stadtbild nicht unbemerkt. Zahllose Völkermarkter:innen blieben fasziniert stehen, suchten das Gespräch mit den jungen Künstler:innen und informierten sich über die Hintergründe der temporären Installationen. Dass die Interventionen den Nerv der Zeit trafen und täuschend echt wirkten, zeigte sich auch anhand einer kurzen, intensiven Begegnung mit der örtlichen Exekutive, die die genehmigte Kunstaktion zunächst für echten Vandalismus hielt – ein besseres Kompliment für die visuelle Schlagkraft und Authentizität der Arbeiten hätte es wohl kaum geben können.

Die temporären Kunstwerke zeigen eindrucksvoll, wie junge Menschen den urbanen Raum reflektieren, mitgestalten und beleben können. Ein großes Danke gilt der Stadtgemeinde für die offizielle Unterstützung und vor allem der 4A für ihren unermüdlichen kreativen Einsatz!


 
 

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