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Die vierten Klassen besuchen Mauthausen

Die Konfrontation unserer Schülerinnen und Schüler mit einem der grausamsten Kapitel unserer Geschichte ist dem Alpen-Adria-Gymnasium schon seit Anbeginn seiner Existenz ein wesentliches Anliegen. Deshalb setzen und setzen sich Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schülerinnen und Schüler immer wieder dieser strapaziösen Fahrt, diesen beklemmenden und erschütternden Eindrücken aus. Denn nur aus dem Wissen um die Vergangenheit kann man die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.
So fuhren auch im heurigen Schuljahr alle vierten Klassen nach intensiver, fächerübergreifender Vorbereitungsarbeit am 30. April nach Mauthausen und wie erwartet gab es unterschiedliche Reaktionen, von tief betroffen bis relativ unbeeindruckt.
Im Zuge der Nachbereitung fielen unter anderen folgende Stellungnahmen:
Es war ein trauriger und schwer zu begreifender Ausflug.
Aufgrund der vielen Filme und Erzählungen den Zweiten Weltkrieg und seine schlimmen Auswüchse betreffend haben wir gedacht wir wüssten, was uns erwarten würde, doch es war viel schlimmer. Meine ersten Eindrücke: kalt, traurig, bedrückend. Es war einfach nicht zu glauben, dass genau an dieser Stelle, wo wir standen, so etwas Schlimmes passierte und tausende Menschen starben, zu Tode gequält, geschunden, missbraucht.
Wir haben den „Raum der Namen“, in dem man fast alle Namen der Opfer finden kann, die Gaskammer, das Krematorium, wo die Leichen verbrannt wurden, die nachgebauten Blocks, in denen die Gefangenen „wohnten“, die Duschkammer und die Denkmäler gesehen. Das war so schockierend und auch die Geschichten, die uns die Führerin erzählte, waren erschütternd.
Ich weiß gar nicht, wie ich mich richtig ausdrücken soll, weil ich es einfach nicht fassen kann, wozu Menschen in der Lage sind und wie es so weit kommen konnte.
Erst am Abend wurde mir bewusst, was ich heute gesehen hatte und wie bedrückend das alles ist. Wir müssen wirklich darauf achten, dass so etwas nie, nie wieder passiert!
Dauernd stelle ich mir die Fragen:
Warum taten Menschen ihren Mitmenschen derartiges an?
Warum gab es bei so einer Grausamkeit so wenig Widerstand?

Seit mir bewusst wurde, unter welchen Bedingungen die „Gefangenen“ dort hausten, schätze ich mein Leben umso mehr.
Es war ein sehr emotionaler, lehrreicher und effektiver Ausflug, der uns zu Tränen gerührt hat.

Nach über einer Woche Abstand beschäftigt mich der Gedanke, dass man dort gewesen war, wo ca. 190 000 Menschen aufs unmenschlichste getötet und schikaniert worden waren, immer noch. Das Gefühl von Trauer begleitet mich nach wie vor, aber auch das Gefühl von Ungerechtigkeit sowie der Zorn auf die Menschen, die solche Grausamkeiten ausgeführt haben und dass so viele dafür nicht zur Verantwortung gezogen wurden.

Mauthausen gesehen zu haben, ist für mich eine einschneidende Erfahrung. Ich finde, es ist sehr wichtig, über seine Vergangenheit Bescheid zu wissen. Auch wenn es keine schöne Vergangenheit ist.
Das Gefühl, als man durch die Räume des Lagers ging, war extrem beklemmend.
Ich finde es traurig, dass es bis heute Antisemitismus, Homophobie, Verfolgung von politischen Gegnern und Beleidigungen von Behinderten gibt.
( Gemeinschaftsarbeit 4A )










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