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Schuljahr 2015/16

Das Alpen-Adria-Gymnasium hat sich erneut der Big Challenge – einem europaweiten Englischwettbewerb für SchülerInnen der 5. bis 9. Schulstufe – gestellt. Bei dem jährlich im Mai ausgetragenen Wettbewerb handelt es sich um ein Multiple-Choice-Quiz, bei dem die SchülerInnen die einzig richtige aus vier vorgegebenen Antwortmöglichkeiten finden müssen. An unserer Schule haben 308 SchülerInnen in 45 Minuten 54 Fragen zu den Themenbereichen Vokabeln, Grammatik, Aussprache und Landeskunde beantwortet. Ganz herzlich möchten wir Tamara Saueregger (2E) zum 2. Platz auf Länderebene und Lukas Wobak (4D) zum 1. Platz auf Länderebene gratulieren. Auf Schulebene der 1. Klassen konnte sich Desiree Steindorfer (1C) behaupten. Bei den dritten Klassen hat Katja Miklau (3B) auf Schulebene das beste Resultat erreicht. Wir sind sehr stolz auf unsere SchülerInnen und hoffen auch im nächsten Jahr auf rege Teilnahme!

THE WAY THAT I LISTEN

Im Schuljahr 2015/16 widmete sich projekteuropa mit dem Titel mitSTIMMEN│mitGESTALTEN. Schule lebt Demokratie dem Themenschwerpunkt "Mit kultureller Bildung Demokratie gestalten!".
Im Mittelpunkt standen dabei künstlerische und kreative Projekte und Arbeitsansätze, die Kinder und Jugendliche im schulischen Kontext für gesellschaftliche und soziale Themen sensibilisieren und ihre Persönlichkeitsentwicklung unterstützen.
Kulturelle Bildung ist Teil der Allgemeinbildung. Durch Kreativität und innovative Angebote mit künstlerischem Gestaltungsspielraum werden Kinder und Jugendliche ermutigt, ihre individuellen Anliegen und Visionen zur Gestaltung ihres persönlichen, schulischen und gesellschaftlichen Umfeldes einzubringen. Die Teilnahme an projekteuropa, einem Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Frauen, bot die Möglichkeit dazu.
Insgesamt nahmen dieses Schuljahr 6.300 Schüler und Schülerinnen aus ganz Österreich an diesem Wettbewerb teil. Die Besetzung der Jury deckte die fachlichen Bereiche Pädagogik und Kunst ab.
Unter folgendem Link finden Sie den Videobeitrag:
https://www.dropbox.com/s/iygdwn24kdblzd1/THE%20WAY%20THAT%20I%20LISTEN.mp4?dl=0
 



Berufsorientierung in den 4. Klassen Im Juni dieses Schuljahres bekamen alle 4. Klassen des Alpen-Adria-Gymnasiums die Gelegenheit, die regionalen Hochschulausbildungswege Kärntens durch den Besuch der Alpen-Adria Universität Klagenfurt und der FH Kärnten hautnah kennenzulernen. Ein wichtiges Ziel dieses Projektes ist es, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, ihre Ausbildungsentscheidung langfristig und gut informiert treffen zu können. Die folgenden Erfahrungsberichte zeigen, dass unsere „StudentInnen von morgen“ durch dieses Projekt im Rahmen der Berufsorientierung sehr gut informiert wurden und sich auch aktiv an den verschiedenen Aufgaben beteiligten. Am Dienstag, dem 7. Juni 2016, besuchten wir, die Klassen 4A und 4C, die Alpen-Adria-Universität (AAU) beziehungsweise die Fachhochschule (FH) in Klagenfurt. Ein Teil ging an die Uni, der andere an die FH; ich besuchte die Uni. Wir trafen uns in einem Hörsaal, wo uns von zwei Absolventinnen einiges über die Uni und über den Campus erzählt wurde. Außerdem informierte man uns über die unterschiedlichen Studienfächer. Eine der Begleiterinnen zeigte uns einen Ausschnitt ihrer Masterarbeit, die vom Mythos Drachen handelt. Im zweiten Teil des Vormittags wurde uns die Studienrichtung Informatik vorgestellt. Unser Betreuer zeigte uns, wie Codes funktionieren, und dass Informatik nicht nur mit Computern zu tun hat. Wir schrieben ein Wort in der Cäsarverschlüsselung auf, das vom Sitznachbarn entschlüsselt werden musste. Das war sehr lehrreich! Vor dem Mittagessen wurde uns auch der Campus gezeigt. Auf der Uni hat man viele Möglichkeiten, die Freizeit zwischen den Vorlesungen und Seminaren sinnvoll zu gestalten, z.B. im USI (Sportinstitut) oder in der Bibliothek. (Lara Pacher, 4A) Nach dem Mittagessen in der Uni-Mensa, wo wir auch unsere Mitschülerinnen und Mitschüler, die die FH besucht hatten, trafen, gingen wir in einen großen Hörsaal und arbeiteten in Gruppen Referate aus, um in Präsentationen die gesammelten Informationen auszutauschen. Es war eine sehr interessante Exkursion und ich würde jedem empfehlen, sich die Uni und die FH anzuschauen, damit man schon früh genug einen groben Überblick über die eigenen Möglichkeiten der universitären Berufswahl bekommt. So hat man eine gute Orientierung und kann seine Berufswünsche vielleicht schon ein bisschen eingrenzen. (Johanna Mießl, 4A) In der Fachhochschule trug uns im Hörsaal „Kairo“ ein Student zwei Präsentationen vor. Der erste informierte über die FH Kärnten allgemein, im zweiten ging es um soziale Berufe. Unter anderem wurde erwähnt, wie alt die FH ist (20 Jahre) und wie viele Standorte es in Kärnten gibt (5). Außerdem wurden Fragen aus unserem Fragebogen gestellt, die in den Präsentationen nicht beantwortet wurden. Nach einer Pause zeigte uns eine Mitarbeiterin verschiedene Bereiche der Forschung, unter anderem, wie man Behandlungsmethoden effizienter, schneller und weniger belastend für den Patienten gestalten kann. Zuerst wurden wir in einen Raum gebracht, in dem genauestens die Gangart eines Menschen analysiert werden kann, um z.B. Fußfehlstellungen erkennen zu können. Auch die Funktionsweise eines Pulsmessers wurde uns erklärt: Er misst mit Infrarotlicht die Menge des Blutes, das durch den Finger gepumpt wird. Später zeigte man uns einen Raum, der zur Gänze mit Sensoren ausgestattet ist, um alten Menschen ein Leben ohne fremde Hilfe zu ermöglichen. (Florian Butej, 4A) Ich finde es sehr gut, dass es die Möglichkeit gibt, die FH (und auch die Uni) zu besichtigen. Derzeit besuche ich zwar erst die 4. Klasse des Alpen-Adria-Gymnasiums, aber trotzdem konnte ich mir einen guten Eindruck verschaffen und weiß jetzt ziemlich genau, was ich nach meiner Matura machen möchte. (Madlen Pitschko, 4C)
Eine Partnerschaft zwischen dem Alpen-Adria-Gymnasium und dem Seniorenzentrum Völkermarkt Schülerinnen und Schüler der Klassen 1E, 3E, 7A und 7B besuchten im vergangenen Schuljahr wieder einige Male das Seniorenzentrum in Völkermarkt.
Besonders in der Wahlpflichtfach-Gruppe Psychologie der 7AB war es ein vorrangiges Ziel, die theoretischen psychologischen Inhalte durch praktische Erfahrungen zu erweitern und gleichzeitig den alten Menschen Abwechslung, Freude und vor allem Zeit zu schenken.
Die folgenden Erfahrungsberichte von einigen Schülerinnen sollen einen Einblick in unser Projekt gewähren sowie zeigen, dass diese Begegnung zwischen Alt und Jung für beide Seiten eine Bereicherung ist. Das Engagement im Seniorenzentrum vermittelt nicht nur das Gefühl, etwas Sinnvolles für andere zu leisten, sondern auch etwas für sich selbst zu tun.
(Prof. Gerhild Moritz-Schloffer) Zu Anfang des Schuljahres war der Vorschlag, ins Seniorenzentrum zu gehen, etwas verunsichernd, da wir uns nicht vorstellen konnten, was wir dort genau machen und wie sich die Bewohner uns gegenüber verhalten werden, ob sie offen für Gespräche sind und vor allem, ob sie uns freundlich empfangen werden. Für einige von uns war es anfangs auch eine Herausforderung, selbst das Gespräch zu beginnen, da man in einer neuen Situation oft angespannt ist.
Doch wir alle konnten die Aufgabe mit Bravour meistern! Nun fällt es uns viel leichter, uns zum Beispiel über die Kindheit der Senioren oder unsere Zukunftspläne zu unterhalten oder auch, uns gegenseitig Witze zu erzählen.
(Elisa Kulterer, 7B) Neben Spaziergängen an einem sonnigen Tag und Bastelstunden für Christbaumschmuck verwöhnten wir die alten Menschen mit Gesang und Liedern auf der Gitarre. Weiters nahmen wir an einer Gebetsrunde teil und erfuhren in interessanten Gesprächen vieles über ihre Kindheit, Familie, Wohnorte und andere schöne Geschichten.
Ich bin wirklich überrascht, wie sehr sich die Bewohner durch unsere Besuche verändert haben und wie gerne sie auf uns zukamen. Sie waren immer freundlich, ja sogar fürsorglich, wenn es z.B. darum ging, ob wir wohl genug zu trinken hätten.
Weiters zeigten sie sich als sehr liebevolle Menschen, die doch nur darauf warteten, besucht und unterhalten zu werden, auch wenn sie nur neben uns saßen und uns zuhörten.
(Anja Zdouc, 7B) Wir merkten schnell: Selbst Senioren sind auf dem neusten Stand der Dinge. Sie können zwar keine Computer bedienen, wissen aber über die neuste Mode Bescheid. Denn als sie die zerrissenen Hosen einiger Schülerinnen sahen, wussten sie sofort, dass man dies heutzutage so trägt und diese Löcher nicht stopfen muss.
(Cornelia Picej, 7B) Meiner Meinung nach kann man durch dieses Projekt viele verschiedene Erfahrungen sammeln. Es ist klar, dass nicht jeder mit den Alterserkrankungen der Menschen umgehen kann. Für mich wäre so ein Beruf unvorstellbar. Daher bewundere ich die Pflegerinnen und Pfleger, die diesen Beruf ausüben und sich täglich um ältere Menschen kümmern.
(Franziska Markof, 7A) Abschließend möchte ich noch von einem Erlebnis während unseres Spaziergangs in Richtung Stausee erzählen: Ich gemeinsam mit einer älteren schweigsamen Frau, die am Ende unseres Weges den wunderbaren Satz äußerte: „Hier gefällt´s mir!“ und glücklich in die Sonne schaute.
(Leonie Machhammer, 7A)

Am Donnerstag, den 19. Mai 2016, unternahmen die Schülerinnen und Schüler aller 4. Klassen eine Exkursion zur Gedenkstätte Mauthausen. Ziel unserer alljährlichen Besuche des ehemaligen Konzentrationslagers ist es, die jungen Menschen nicht nur über die an diesem Ort begangenen Verbrechen zu informieren, sie sollen auch Einsichten gewinnen in die sozialen und psychischen Mechanismen der Konzentrationslager im Speziellen sowie der Gesellschaft von damals im Besonderen.
Die Erfahrungen und Eindrücke vor Ort sollen Anstoß sein zu historischem Lernen durch Empathie und kritisches Nachdenken. Der Besuch der Gedenkstätte Mauthausen war eine Erfahrung, die in den Schülerinnen und Schülern eine große emotionale Betroffenheit hervorrief, sie berührte und beeindruckte. Im Rahmen der Nachbereitung wurden sie aufgefordert, ihre Reflexion dieses Tages wiederzugeben. Im Folgenden nun einige Beispiele für die stattgefundene Auseinandersetzung. (Gerhild Moritz-Schloffer) Was hat dich besonders beeindruckt bzw. besonders berührt?
Schon die erste Station unserer Tour ist erschreckend – ein Fußballplatz. Für die Wächter, um an Sonntagen fröhlich ein Match gegen andere KZ-Wächter zu spielen! Wir gehen in die Baracken – unvorstellbar, wie hier so viele Menschen wohnen mussten, zusammengepfercht, wie Hühner, zu viert im Bett. Unser Guide gibt uns sehr viele Informationen über das hier Geschehene, es werden kaum Fragen gestellt, wir lassen seine Worte einfach auf uns wirken. (Anna Katschnig, 4E) Besonders berührt hat mich, dass die Häftlinge nach der Ankunft unter eiskaltem Wasser duschen mussten und ihnen auch eine Glatze geschnitten wurde. Ihre Uniform wurde selten gewaschen und sie selbst mussten unter unvorstellbar schlimmen Bedingungen leben. (Melissa Simon, 4E) Mich hat es schockiert, als ich im „Raum der Namen“ die zahllosen aufgelisteten Namen der Häftlinge, die im KZ Mauthausen starben, sah. Denn da ist mir erst richtig klar geworden, wie viele Menschen man damals grundlos umgebracht hat. (Nathalie Klemen, 4D) Ist es sinnvoll, in die Gedenkstätte Mauthausen zu fahren?
Ich finde es sehr sinnvoll, ins ehemalige KZ Mauthausen zu fahren, da die Schülerinnen und Schüler erfahren, was damals an diesem Ort wirklich passiert ist. Vielleicht gibt es ihnen auch eine neue Denkweise, wie die Zukunft nicht ausschauen soll. (Anja Kucher, 4E) Ja, es ist sinnvoll, denn es regt zum Nachdenken an und dazu, dass wir unser eigenes, sicheres Leben mehr schätzen. (Anna Katschnig, 4E) Ich finde es sehr sinnvoll, das ehemalige KZ Mauthausen zu besuchen, weil man dort nicht nur sieht, wie schlimm es den Häftlingen gegangen ist, sondern auch, wie böse Menschen sein können. Ich werde bestimmte Räume und Orte, die wir besichtigt haben, nie wieder vergessen und ich denke, dass ich auch noch meinen Enkeln von diesem Ort erzählen werde. Jeder sollte diese Stätte einmal in seinem Leben gesehen haben. (Leonie Illgoutz, 4D)
 
Schülerberichte mit dem Titel „Ein Häftling erzählt“
Am 2.5.1944 wurde ich von deutschen Soldaten gefangen genommen und später von SS-Leuten ins Arbeitslager Mauthausen gebracht. Dort angekommen empfingen uns Männer mit Gummiknüppeln, Rasiermessern und Scheren. Wir mussten uns komplett ausziehen und danach hintereinander aufstellen. Ich fühlte mich entblößt und hatte großes Schamgefühl. Als ich an der Reihe war, wurde ich am ganzen Körper rasiert und ich bekam etwas in den Unterarm tätowiert. Es tat höllisch weh. Dann wurde ich in einen anderen Raum getrieben. Währenddessen betrachtete ich meinen tätowierten Arm. Ich war Häftling Nr. 2876. Als nächstes wurden wir in einen Raum mit vielen Duschen getrieben. Es war eiskalt, also tat das warme Wasser sehr gut. Doch plötzlich kam ein Strahl eiskaltes Wasser und mir wurde kurz schwarz vor Augen. Das ging sicher zehn Mal so und am Ende war ich kurz vor einer Ohnmacht. Dann bekamen wir alle die gleiche, hässliche Kleidung und wurden Baracken zugeteilt. Es war schrecklich! In einer Baracke befanden sich weit mehr als hundert Menschen. Schon nach kurzer Zeit mussten wir uns wieder aufstellen und wurden eine ewig lange Stiege hinuntergetrieben. Viele Häftlinge stürzten und standen nicht mehr auf. Ich hatte selbst zu kämpfen und hatte Angst, dass ich, wenn ich jemandem helfen würde, selbst umgebracht werden würde. Als wir unten ankamen, tat mir alles weh. Wir bekamen Spitzhacken, mussten große Steinbrocken aus dem Felsen herausschlagen und sie die Stufen wieder hinauf schleppen. Jede Stufe war ein Kampf. Alles tat mir weh, doch ich wusste, wenn ich stehen bleiben würde, wird mich der Wachmann schlagen. Als es zu dämmern begann, bekamen wir ein geschmackloses Abendessen, das gerade einmal meinen Hunger milderte. Dann mussten wir in die Baracken, um zu schlafen. Im Morgengrauen begann ein neuer, schrecklicher Tag im KZ Mauthausen. (Anna Grubelnik, 4A) Als ich ankam, sah ich das KZ Mauthausen von außen. Mit der Größe von 40 Fußballfeldern wirkte es wie ein riesiger Gigant. Es roch nach Leichen und Blut. Als ich mit einer SS-Einheit an den Garderoben vorbei ging, hörte ich Schreie. Alle Gegenstände, die ich bei mir hatte, wurden mir weggenommen. Ich bekam einen gestreiften Anzug und eine Nummer. Von diesem Tag an war ich Häftling Nr. 25931. An diesem Tag musste ich in der Küche arbeiten. Ich konnte die Schreie und das Leiden der Menschen hören und spüren. Mit dem Gedanken, dass jeden Tag Menschen sterben und auch ich eines Tages sterben werde, wurde mir schwarz vor Augen. Ich hatte nur eine Möglichkeit: Die Flucht. Doch aus Angst, erwischt zu werden, begann ich am nächsten Tag zu arbeiten und den Befehlen der SS-Einheiten zu gehorchen. (Sebastian Hrast, 4B)
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